Wenn die Gäste kochen sollen, kann’s so richtig lustig werden – Geschichten, die die Kochschule schrieb.

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Kochevents sind eine klasse Sache. Auch für uns Köchinnen und Köche. Vorausgesetzt, der kochende Moderator – oder auch moderierende Koch – hat Lust auf zum Teil sehr unterschiedlich motivierte Teilnehmer, leicht alkoholisierte Gäste, die zu späterer Stunde mit Küchenmesser hantieren, oder Dressings, Garnituren und Parüren, die nichts mehr mit dem zu tun haben, was wir aus dem Lehrbuch kennen.Zu unterscheiden sind diejenigen, die kochen müssen (Abteilungsleiter, Chefsekretärin oder Praktikant, die definitiv lieber essen gehen wollten und außerdem „Klettergarten“ angekreuzt hatten) und diejenigen, die kochen wollen (die Familie vom Geburtstagskind oder die Personalleiterin, die auf der Weiterbildung davon überzeugt wurde, dass gemeinsames Kochen die Moral der Mannschaft hebt).

Warum sind eigentlich die Garnelen grau?

Der Umgang mit Lebensmitteln ist nicht jedem vertraut, und das ist ja auch voll in Ordnung, wenn man ansonsten tagsüber Zähne repariert, Nähmaschinen verkauft oder das Strafgesetzbuch beherrscht. Dennoch ist es immer wieder erstaunlich, wie viele Zutaten im Rohzustand doch noch komplett unbekannt sind. Okay, Pastinaken kann nicht jeder kennen und auch bei dem einen oder anderen Gewürz darf man mal nachfragen. Aber wie wärs damit? „Wie bitte, Sie nehmen hier die alten, grauen Riesengarnelen? Also, ich kauf immer die rosafarbenen, das sind ja die frischen.“ Noch Fragen?

Schön auch die perfekt manikürte Dame mittleren Alters: „Ich hab mein eigenes Küchenmesser mitgebracht.“ Und packt so ein Mini-Schälmesser mit rotem Griff und Wellenschliff aus. Apropos: Warum ist Schneiden eigentlich soooo schwer? Die komplette Klinge ist schließlich bezahlt, da kann man doch mal alles ausnutzen. Aber nein, die arme kleine Messerspitze muss für alles herhalten, was dem Kochschüler vor die Schürze kommt. Da wird gedrückt, bis der Schnittlauch weint. Und auf dem Holzbrett rumgeschabt, bis der Messerschleifer kommt.

Wo geht’s denn hier zum Notarzt?

Manchmal hilft es als Gastgeber, einfach nicht so genau hinzuschauen. Oder Dinge auszusitzen. Die Karotten-Brunoise können nix werden, wenn der Herr im Anzug mit der viel zu jungen Kollegin flirtet. Und der Stabmixer in der Spargelsuppe ist nun mal leider nur halb so witzig, wenn  man ihn beim Mixen aus dem Topf hebt und vergessen hat, wo der Aus-Knopf ist. Ohmmmm.

Ein wenig mehr Gelassenheit hilft auch, wenn es mal so richtig brenzlig wird. Da kann man reden und zeigen, wie oft und wie laut man will. Wenn die Pfanne brennt oder die halbe Fingerkuppe über der Kitchen Aid hängt, sind alle guten Ratschläge und Hinweise vergessen. Immer wieder erstaunlich aber ist es, wie die meisten Event-Gäste dann doch ganz cool bleiben. Bloß nicht das Gesicht verlieren vor den lieben Kollegen, durchhalten und Stärke zeigen unter den Augen der Schwiegermutter.

Unvergessen aber der Mann, der sich beim Junggesellenabschied – nach Cocktail-Schnitzeljagd, Bier-Tasting und dem einen oder anderen Kurzen – gleich in der ersten Viertelstunde so richtig in den Zeigefinger säbelte. Ein Fall für den Notarzt, klare Sache. Und genau dahin ging er auch, ja, er ging selbst, nahm sich noch eine Flasche Bier auf den Weg und war zwei Stunden später zum Absacker wieder da. Da dann doch lieber der künftige Bräutigam, der noch vor der Vorspeise auf dem Klo einschlief und erst zum Dessert von seinen besten Kumpels vermisst wurde.

So sind sie, die Geschichten, die die Kochschule schrieb. Habt ihr auch Schönes zu erzählen? Wir freuen uns drauf.